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Böses Amazon

Juh schreibt über die aktuelle Brandstimmung gegen Amazon:

Bekanntlich hat ja der Verbraucher in den letzten 20 Jahren durch sein Einkaufsverhalten die industrielle Landwirtschaft völlig verschwinden lassen. Kein Mensch kauft mehr billiges Fleisch von gequälten Tieren. Statt Monokulturen wächst auf unseren Äckern eine ökologische Vielfalt, wie sie der Regenwald nicht mehr zu bieten hat. Der Verbraucher hat ferner, wie wir alle wissen, durch bewusstes Einkaufen die Ausbeutung von Kindern in der Textilindustrie restlos beseitigt. Niemand kauft mehr Jeans für 9 EUR. Jeder erwirbt politisch korrekte Kleidung aus vegan angebauter Öko-Baumwolle, die sozial-verträglich zu anständigen Mindestlöhnen geerntet, versponnen, verwebt und zurecht geschneidert wurde. – Wer auf den Verbraucher hofft, hat nichts verstanden und sollte weder Kulturartikel noch sonst etwas schreiben.

[…]

Wer angesichts der Geschäftsmethoden von Amazon, seinen Lesern empfiehlt, sich an einen Menschen zu wenden, der sich an einen Computer wendet, um ein Buch zu bestellen, der hätte vor etwas mehr als 100 Jahren seinen Mitmenschen sicher auch empfohlen, mal wieder das Pferd zu satteln, um den Siegeszug des Automobils zu verhindern.

[…]

Wer ein Monopol von Amazon verhindern will, muss entweder weltweit gültige Kartellregeln durchsetzen oder etwas Besseres als Amazon entwickeln. Einen Weg zurück zur kleinen Buchhandlung an der Ecke gibt es nicht. Wir müssen endlich aufhören, durch nostalgische Schwermut die Zukunft zu verschlafen. Lasst uns etwas Besseres als Amazon schaffen! Ja, es gibt etwas Besseres als Pferde!

UND ER SPRICHT MIR AUS DER SEELE!

Amazon Prime Air

Die Idee Prime Air ist eine tolle Sache. Ehrlich! Das zustellen der Waren in kleinen Mengen und direkt an den Empfänger spart Geld und Zeit. Funktioniert ebenso mit Essen und Trinken, warum also nicht mit jeder Art von Waren?

Wäre ich ein böser Mensch und hätte von Amazons Plänen, in den kommenden Jahren Waren per Drohne zuzustellen, gehört, würde ich gleich mal an in der Nähe eines Amazon-Lagers in eine Hecke legen und per GPS-Spoofing für die (verfrühte) Landung der Drohnen sorgen. Kostenpunkt: ca. $1000 – $3000 für das Spoofing-Equipment. Könnte man machen. Darf man nicht, könnte man aber.

Amazon, bitte macht das. Bald.